Prävention

Herz- und Kreislauferkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen. Auch wenn in der akuten und langfristigen Behandlung des Herzinfarktes und des Schlaganfalls in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht wurden, so bedeuten diese Erkrankungen häufig doch schwere Einschnitte im Leben eines Menschen. Hinzu kommt, dass beispielsweise fast die Hälfte der Patienten, die einen akuten Herzinfarkt erleiden, das Krankenhaus nicht lebend erreicht. Es ist deshalb um so wichtiger, die Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall tragen. Seit einigen Jahren haben die gesetzlichen Krankenversicherungen der Vorsorge einen breiteren Raum in ihrem Leistungsspektrum eingeräumt. Diese beschränken sich aber im Bereich der Inneren Organe vorwiegend auf Krebsvorsorgeuntersuchungen. Das Herz-Kreislaufsystem bleibt hierbei überwiegend ausgespart. Lediglich die Bestimmung des Gesamt-Cholesterins und des Blutzuckers sind hierin vorgesehen. Kardiologische Fachgesellschaften sind sich darin einig, dass dies im Sinne einer umfassenden Vorbeugung von Herz- und Kreislauferkrankungen nicht ausreichend ist.

Diesem Defizit in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen versuchen wir in unserer Gefäßsprechstunde Rechnung zu tragen, in der wir Untersuchungen der Hals- und Bauchschlagader anbieten.
Eine gute Möglichkeit, bereits minimale Veränderungen im Bereich der Halsschlagadern zu erfassen, ist die Bestimmung der Gefäßwand-Dicke (Intima-Media-Messung). Veränderungen in diesem Bereich stellen gewissermaßen ein Spiegelbild für die anderen Gefäßregionen des Körpers dar. Ein auffälliger Befund deutet auf ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt bzw. einen Schlaganfall hin. In diesem Fall lässt sich durch eine gezielte Reduktion der Risikofaktoren und/oder durch eine medikamentöse Behandlung das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko entscheidend senken. Medikamente, die hierfür infrage kommen, sind z.B. Cholesterinsenker und/oder Acetylsalicylsäure („Aspirin“).
Diese Vorsorgeuntersuchung gehört leider nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherungen, so dass die Kosten durch den Patienten selbst zu tragen sind (weitere Informationen).

 

Abbildung: Links schematische Darstellung, rechts Ultraschallbild einer Intima-Media-Messung

 

Für Patienten nach einem Schlaganfall oder mit Symptomen einer Durchblutungsstörung des Gehirns wie Schwindelattacken oder (wiederholten) Bewusstseinsverlusten, ist die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern (Farbduplexsonographie) vorgesehen. Sie dient der Diagnostik von Ablagerungen bzw. von Verengungen („Stenosen“) in den Halsschlagadern.
Eine weitere Untersuchung, die wir im Rahmen der Gefäßsprechstunde anbieten, ist die Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader. Mit ihrer Hilfe kann eine Erweiterung („Aneurysma“) der Hauptschlagader schnell und sicher erkannt werden. Der wichtigste Risikofaktor für das Bauchschlagader-Aneurysma ist das Rauchen. Bleibt das Aneurysma unerkannt und platzt, liegt die Sterblichkeit bei über 60 %.

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